Ölbank

 Ölbank

Ölbank

(K)Eine Bank wie jede andere.
Die sogenannte “Ölbank“ (an der Bank steht “Oel-Bank“) befindet sich an der Querensteder Straße, Ecke Wischenweg. Die Bank an dieser Stelle hat eine sehr lange Geschichte. Bis 1893, also bis zum Bau der heutigen Straßenführung (Kreisstraße) in Richtung Dänikhorst, gab es für die Fußgänger als kürzeste Verbindung nur den Kirchweg (Fahrräder kamen ja erst später richtig auf). Von dem Kirchweg zweigte an der Bank ein weiterer Fußweg in Richtung Burgfelde ab, heute ist das der Wischenweg. Gespanne mussten in Richtung Dänikhorst seinerzeit den Weg durch den sogenannten “Kämm“ nehmen, heute ist das der Dickenweg.

Für den langen Weg zu Fuß nach Zwischenahn war die solide Eichenbank an dieser Stelle eine willkommene Gelegenheit für eine kurze Rast.

Nach dem letzten Krieg kam laut Hans Janssen diese Bank mit weiteren ihrer Art dann abhanden. Man war inzwischen mobiler geworden und hatte mindestens ein Fahrrad. Zu Fuß lief jedenfalls kaum noch einer nach Zwischenahn.

Im Jahre 1984 wurde auf Veranlassung des „Ortsverein Ohrwege“ wieder eine solide Eichenbank aufgestellt. Fein säuberlich eingeschnitzt der Name “Ölbank“ und die Jahreszahlen 1884 – 1984. Von Hans Janssen wurde sich eine lange Lebensdauer in der erwähnten Größenordnung erhofft. Aber so lange hielt diese Bank dann doch nicht. Im Jahre 2010 hatte sie schon erheblich unter dem Zahn der Zeit gelitten. Daher wurde sie vom Ortsverein Ohrwege wiederum erneuert. Die Holzschnitzereien sind dabei durch Hans Eilers (aus dem Wischenweg, Burgfelder Seite) vorgenommen worden.

Woher kommt nun der ungewöhnliche Name dieser Bank?

Laut Hans Janssen (†1988): “Nach meiner Erinnerung wurde das dem Busch Rehmstroth in Höhe des heutigen “Wischenweg“ vorgelagerte Wäldchen immer schon “Ölberg“ genannt. Einen Berg vermag man dort freilich nicht zu erkennen. Wohl aber kann man sich vorstellen, dass in früheren Zeiten, als die Dorfbewohner noch religiöser als heute eingestellt waren und auch viel mehr als heute zur Kirche gingen, sie sich diesen Flecken als Ihren “Ölberg“ auswählten und die Ecke auch so benannten.“

In dem zur Einweihung 1984 dazugehörigen Artikel in der NWZ sind Margot Lüttmann (1. Vorsitzende vom Ortsverein Ohrwege) und Jonny Hinrichs abgebildet. Als Erklärung für den Namen dieser Bank wird dabei von ihr angegeben, dass zu früheren Zeiten jemanden bei der Rast an dieser Stelle ein Krug Öl zerbrochen sein soll (damals ein herber Verlust).

Bei der Ansprache 2010 zur Erneuerung der Bank erfolgte von Margot Lüttmann die gleichlautende Erklärung. Die Version von Hans Janssen kam dabei nicht zur Sprache.

Wer nun mehr Recht hat, wird wohl nicht mehr zu klären sein.